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Landfürsorge in der Lobau

Aus dem »Mosaik des guten Lebens«.

erschienen in 59/2020

Bild

© Foto: Sigrid Gerl


Auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Feld in der ­Wiener Lobau säen, pflegen und ernten wir unser Gemüse. Die ­»LoBauerInnen« sind ein gemeinschaftliches Bio-Landwirtschaftsprojekt, organisiert als Verein. Vier Dutzend Menschen ­bewirtschaften das Feld gemeinsam und teilen sich die Ernte. Wir arbeiten selbstbestimmt und versuchen, Entscheidungen im Konsens zu treffen.
In der Gemeinschaft entstehen großzügige Beziehungen durch das Ziel, Gutes zu ernten, sowie durch die Verantwortung jedes einzelnen für eine Gemüsesorte. Das Gefühl der Verantwortlichkeit für unser Stückchen Erde wächst durch die Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten, wie dem Wetter, dem Boden, den Pflanzen und den Menschen vor Ort.
Wir beschenken uns mit realen Dingen, wie Gemüse, Pflanzen, Saatgut, Selbstgemachtem oder Rezepten, ebenso wie mit Gesprächen, Ideen, Wissen oder Lebenserfahrung. Auf dem Feld gelingt es vielen, in der stetigen Beziehung zu diesem Ort und all seinen Lebewesen zur Ruhe zu kommen. Es gibt Zeit, um nachzudenken und den Kopf freizubekommen. Das Feld lässt uns teilhaben am Werden und Vergehen, und wir erleben uns selbst als Teil dieses Kreislaufs.
Alle haben wir an uns beobachtet, dass sich durch unser gemeinsames Ackern unser Konsumverhalten in Richtung Saisonalität, Regionalität, Kreativität und Vielfalt verändert hat. Wir gehen achtsamer mit Lebensmitteln und Ressourcen um und vernetzen uns mehr und mehr auch mit anderen Initiativen der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Politik.
Große Achtsamkeit ist notwendig, um in der Gemeinschaft mit dem unterschiedlichen Engagement, dem Wissen, den Fertigkeiten, den Herangehensweisen und den sozialen Kompetenzen der Mitglieder umgehen zu können – individuell ebenso wie in der Dynamik der Gruppe. Immer wieder einen Konsens zu finden, stärkt uns und bringt uns als Gemeinschaft weiter. Durch unsere Verschiedenheit gestalten sich Entscheidungsprozesse ­mitunter langwierig. Jede und jeder von uns ist dann herausgefordert, Kompromisse einzugehen. In diesem Sinn ist unser Tun am Feld auch eine »Schule der Konsensfindung«.
Wir veranstalten regelmäßig Infotage und Schnuppertage, an denen es möglich ist, unser Projekt kennenzulernen und mit uns zu plaudern.  
Sigrid Gerl

www.lobauerinnen.at

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