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Die Szenen sind im Kasten

CaRabA: Oya begleitet ein Filmprojekt über Bildung in Freiheit.

von Joshua Conens , erschienen in 48/2018

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© Foto: Zwischenzeit e.V

Am 22. August 2017 war es endlich soweit: Nach dreieinhalb Jahren Vorbereitung fiel die erste Klappe für den Spielfilm CaRabA. Der Film zum Thema Bildung (siehe Oya 43) entwirft eine fiktive Welt, in der es keine Schulen mehr gibt und junge Menschen ihren Interessen und Leidenschaften folgen können. Statt in die Schule zu gehen, fahren die fünf Hauptpersonen Taxi, forschen an Medikamenten und ­suchen ihren Platz in der Gesellschaft – denn Bildungsorte finden sich überall in der Welt.
CaRabA wurde in sieben Wochen mit 65 Schauspielerinnen und über 200 Komparsen an 40 Drehorten gedreht. Dabei stellte das für ein Projekt dieser Größenordnung sehr kleine Budget alle Beteiligten vor mehr als nur eine Herausforderung. ­Allein um 65 Schauspielerinnen und Schauspieler zu finden, hat das Team gefühlt mit jeder Schauspielagentur, die es in Deutschland gibt, telefoniert. An vielen Drehorten gab es nur kurze Zeitfenster, in denen wir filmen konnten – beispielsweise durften wir in den Räumen verschiedener Läden erst nach Ladenschluss oder am Wochenende drehen, und diese Termine mussten auch mit den zeitlichen Möglichkeiten der Darstellenden zusammenpassen. Dass wir diese komplexen Dreharbeiten fast ohne Budget bewältigt haben, grenzt an ein Wunder. Tatsächlich brach nur ein Dreh­ort komplett weg: Dem Eigentümer war entfallen, dass genau an dem Tag, an dem wir drehen wollten, ein großes Fest vor dem Haus stattfand. So musste der Dreh um einen Monat nach hinten verschoben und die ganze Mannschaft noch einmal neu zusammengetrommelt werden.
Es ist ein nie endender Lernprozess, beim Filmemachen ­logistische Herausforderungen mit künstlerischen Aspekten zu verbinden. So benötigten wir beispielsweise für drei Tage zwei Taxis, die aufgrund des Farbkonzepts helle Sitze haben und möglichst Kombis sein sollten. Wir bekamen nur Absagen, bis wir schließlich über viele Ecken zwei Taxis von einem Sammler aus dem Harz organisieren konnten, der uns die Wägen höchstpersönlich nach Berlin gefahren hat.
Das Beispiel zeigt, dass es am Ende immer wieder Einzelne  sind, die sich für etwas begeistern und etwas schier Unmögliches möglich machen. So lautete eine unserer größten Lernerfahrungen: Verlassen wir uns auf Menschen, statt auf die Unterstützung von Institutionen zu hoffen! Das gilt auch bei der Finanzierung: Wer etwas bewegen will, muss der Gemeinschaft und den Einzelnen vertrauen. Bald wird es daher ein Crowdfunding geben, denn auch wenn nun eine Menge wundervoller Bilder im Kasten sind, ist die Arbeit an ­CaRabA noch lange nicht vorüber. Gerade wird geschnitten, und wir kümmern uns um Musik und Sound-Design.
Der Dreh des Films ist nur ein kleiner Teil des Prozesses, der von den ersten Gesprächen bis zur letzten Aufführung wohl mehr als fünf Jahre dauern wird. Entstanden aus dem Anliegen, ein gemeinsames Gespräch über Bildungsvisionen zu beginnen, war immer klar, dass eine wesentliche Etappe von CaRabA die Veranstaltungen mit dem fertigen Film sein werden. Das Medium Film kann Welten erschaffen, die so (noch) nicht existieren. Gerade am Thema Bildung wird deutlich, wie selten erlebbar wird, dass Dinge auch ganz anders sein könnten, als wir es gewohnt sind. Deshalb stoßen wir oft auf Zweifel und Schwierigkeiten, unser Leben selbst zu gestalten und uns stimmige Formen zu geben.
CaRabA ermutigt, sich gemeinsam ganz neuen Bildern zuzuwenden. Der Film wird durch seine utopische Welt dazu einladen, über das, was noch nicht da ist, aber da sein könnte, nachzudenken. Dazu muss er aber erst einmal fertig werden. Schon jetzt freuen wir uns aber über Ideen und Kontakte für mögliche Aufführungsorte.

Joshua Conens (30), Filmemacher, experimentiert seit 12 Jahren mit Infrastrukturen für selbstbestimmte Bildung. www.caraba.de

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