Beitrag vom 04.02.2020

Ein Jahr Esskastanien-Kampagne

Florian Hurtig

Nach der »Garten Erde«-Winterausgabe 2018/19, die sich um die Wiederentdeckung des Waldgartenprinzips drehte, hatte die Oya-Redaktion in der darauffolgenden Ausgabe 52 vom März 2019 zur Beteiligung an einer Edelkastanien-Kampagne aufgerufen. Wir wollten damit das Anliegen unseres Experten Hendrik Gaede unterstützen, der in einer selbstorganisierten Studie untersuchen möchte, welche Sorten in welchen Regionen des deutschsprachigen Raums gut gedeihen – dies herauszufinden, ist ein wichtiger Schritt im Hinblick auf das Unterfangen, die wunderbare Nahrungsmittelpflanze auch hierzulande verstärkt einzuführen. Der von Menschen eingebrachte Energieaufwand bei der Ernährung mit Baumfrüchten ist verhältnismäßig klein und bezogen auf den Ertrag sehr effizient. Waldgartensysteme können zudem wertvolle ökologische Funktionen wie Erosionsschutz und Artenvielfalt erfüllen.
Auf unseren Aufruf, in Absprache mit Hendrik jeweils mindestens drei Esskastanien zu pflanzen und deren Gedeihen zu dokumentieren, meldeten sich im vergangenen Jahr etwa fünfunddreißig Menschen; sie erkundigten sich zu den Anforderungen oder berichteten über bereits vor Jahren gepflanzte Bäume. Einen Dämpfer erhielt die Kampagne durch die Tatsache, dass bereits nach kurzer Zeit kein Kastanienrindenkrebs-resistentes Pflanzmaterial mehr am Markt erhältlich war – da ist es gut, dass Hendrik Gaede mittlerweile seine eigene Baumschule WurzelWerk eröffnen konnte, zu deren Sortiment natürlich nicht zuletzt »Baumgetreide« zählt. Zur bisherigen Beteiligung meint er: »25 Leute zwischen den Schweizer Bergen und der Nordsee haben mir zugesagt, insgesamt 1125 Esskastanienbäume zu pflanzen. Das freut mich sehr, und ich danke den Menschen, die die Vision teilen und unterstützen! Für eine aussagekräftige Studie wären noch möglichst viele weitere Anpflanzungen unter verschiedenen regionalen Bedingungen hilfreich.«

Also weiter in die nächste Runde! Wer über (vermutlich) geeignete Flächen verfügt, findet über den folgenden Link zum Wortlaut des Kampagnenaufrufs vom März 2019; hier sind die wichtigsten Informationen sowie die Kontaktadresse zum Ansprechpartner Hendrik.
Wer keinen Zugang zu bepflanzbarem Land hat, aber der Edelkastanie dennoch »auf die Sprünge helfen« mag, kann Hendrik und seine Partnerin Franzi beim Aufbau eines vielfältigen Esskastanien-Sortengartens in Mitteldeutschland finanziell unterstützen.

kurzlink.de/EsskastanienPflanzen
www.baumschule-wurzelwerk.de

geschrieben von Jochen Schilk
am 04.02.2020

1 Kommentar

von Timo Ollech am 06.02.2020

«Ha, cool, ich war beim Permakultur-Wintertreffen, das unter dem Motto "Mit Gehölzen dem Klimawandel begegnen" lief. Da haben Hendrik & Franzi ihr Projekt vorgestellt. Ich werfe mal meinen vom Wochenende inspirierten Blogbeitrag "Klimagerechtigkeit braucht die Agrarwende" in den Ring: https://www.iromeister.de/klimagerechtigkeit-braucht-die-agrarwende»


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