Beitrag vom 28.03.2019

Esskastanien pflanzen!

Pixabay / Moritz320


Die Esskastanie hat mit ihren stärkehaltigen Früchten unter den mehrjährigen Pflanzen ein außergewöhnliches Potenzial als Alternative zu Getreide und Reis. Oya-Leser Clemens Schwenn inspirierte dies zu einer Idee. »Ich möchte die Oya-Leserschaft zum Pflanzen von je mindestens drei Edelkastanien aufrufen«, schrieb er begeistert. »Auf diese Weise würde nicht nur für die weitere Verbreitung und Verwendung dieser uralten Kulturpflanze gesorgt, auch ließe sich über die Zeit eine kleine Studie zum Gedeihen der Bäumchen durchführen; die Redaktion könnte in größeren Abständen berichten und auf diese Weise das Thema im Bewusstsein halten.«
Oh ja, dachten wir, so eine Aktion trägt dazu bei, den Beginn einer neuen Waldgarten-Kultur zu befeuern! Wer über die nötigen Kapazitäten verfügt, möge die hiermit ausgerufene Oya-Kastanienkampagne mit einer Pflanzung bereichern und der Redaktion jährlich ein Foto von den Bäumen senden! Wer den Willen zum Mitmachen verspürt, aber keinen eigenen Platz für zwei oder drei ausgewachsene Bäume hat, wird sicherlich öffentliche oder private Grundbesitzende ausfindig machen, die einen geeigneten Standort (Jahresniederschlagsmenge > 600 mm; pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5; keine Staunässe und – Achtung: Stacheln! – nicht neben Fahrradwegen oder Kinderspielplätzen) zur Verfügung stellen. Nur Mut! Vielleicht findet sich ja sogar ein Ort für einen Kastanien-Sortengarten, um die volle Geschmacksvielfalt genießen und zeigen zu können. Dazu passend könnten auch einige Haselnusssträucher, etwa der Sorte »Hallesche Riesen«, oder ein paar leckere Walnusssorten gepflanzt werden. Die Bestäubung der Esskastanien ist bei Abständen bis zu 300 Metern gewährleistet, solange die Sorten zueinander passen. Die Pflanzung sollte bis Mitte April geschehen, danach erst wieder im Herbst oder im folgenden Frühjahr.
Hendrik Gaede befasst sich intensiv mit dem -Esskastanien- anbau nördlich der Alpen. Eindringlich warnt er vor der Verwendung von Sorten, die keine Resistenz gegen den Kastanienrindenkrebs besitzen; diese Krankheit bedroht auch in Deutschland die Bestände. Für das hiesige Klima kämen demnach die Sorten »Bouche de Bétizac« und »Brunella« in Frage. Andere Sorten wie »Précoce Migoule«, »Marigoule«, »Bournette«, »Marsol«, »Maraval« und »Marlhac« müssten hierzulande noch Anbauversuchen unterzogen werden, seien aber unbedingt einen Versuch wert. Die einzige deutsche Baumschule, die nach Hendriks Wissen auch Bäume auf krebsresistenten Wurzeln verkauft, ist die Baumschule Ritthaler. Er selbst ist dabei, Bäume für den Verkauf anzuziehen, und kann dann bald mehr über die Anbaueignung vieler Sorten berichten und die Sortenvielfalt ergänzen.
Weil Hendrik sehr am Austausch mit allen Menschen interessiert ist, die in Deutschland Edelkastanien anbauen wollen, hat er sich als Ansprechpartner für die Kastanienkampagne angeboten. Zusammen mit den beiden Waldgarten-Autoren aus Oya 51, Florian Hurtig und Philipp Gerhard, wird er in Kontakt mit den an dieser Aktion Teilnehmenden bleiben und beobachten, wie bestimmte Sorten mit den jeweiligen örtlichen Bedingungen zurechtkommen.
Wer zur Renaissance der Waldgärten und zum Einzug der leckeren Esskastanie in Gefilde außerhalb der bisherigen Verbreitungsgebiete beitragen möchte, setze sich bitte am besten noch vor der Sortenwahl mit der Redaktion in Verbindung.  


Kontakt: kastanienkampagne@oya-online.de

Weitere Informationen:
kurzlink.de/BezugEdelkastanie
kurzlink.de/SortenwahlKastanien

geschrieben von Jochen Schilk
am 28.03.2019

3 Kommentare

von alexandra klee am 28.03.2019

«Hallo, was kosten denn die Bäume? und welchen Boden benötigen sie? und pflanzt man die lieber im Wald oder auf ner Wiese? Wie viele Jahre dauert es bis zur ersten Ernte? ;-) VG Alex »

von Wolfgang Münz am 29.03.2019

«Ich wohne in der Steiermark /Österreich und würde gerne Esskastanienbaeume anpflanzen, habt das in Heidelberg erlebt. Hier war es für die Bauern überlebenswichtig. Für mich als Imker auch der Edelkastanienhonig.... Hab gerade ein Seminar. gehabt und wuesste welche Sorten ich bräuchte für unseren Boden.... Wolfgang Münz Arndorf. 26 8181 St. Ruprecht an der Raab e-mail:sinneleben67@gmx.at»

von Hendrik Gaede am 03.04.2019

«Hallo Alex, Hallo Wolfgang, der Preis der Bäume geht so ab ca 20 Euro los. Die brauchen Säure Böden am besten 5,5. Die Böden dürfen nicht staunass sein. Ich empfehle sie auf einer Wiese zu pflanzen da man dann die Früchte gut ernten kann. Im Wald gehen sie unter weil die gesunden Kreuzungen nicht groß genug werden um mit z.B. Buche oder Eiche zu konkurrieren. Da es veredelte Bäume sind tragen sie nach wenigen Jahren. Ab 10 Jahren ist der Ertrag dann keine Spielerei mehr. Es gibt bisher so wenige Sorten das es keine Sorten für alle Böden gibt. Das liegt an der Baumart. Wenn ph stimmt und der Boden nicht zu fett (hoher Tonanteil) ist rate ich es einfach zu probieren mit den im Artikel genannten Sorten.»


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