Beitrag vom 20.04.2018

Beginn des Oya-Hütekreises



Liebe Leserinnen, lieber Leser,

in der letzten Ausgabe haben wir es schon angekündigt: Wir laden Sie und euch herzlich in den Oya-Hütekreis ein!

Was heißt das? Analog zum Modell der solidarischen Landwirtschaft wollen wir die Zeitschrift künftig vertrauensvoll in den Kreis unserer Leserinnen und Leser hinein verschenken und offen sagen, wieviel Geld jedes Jahr benötigt wird, um sie herzustellen.

Wer sich intensiver mit Oya verbinden und auch finanzielle Mitverantwortung übernehmen möchte, kann Teil eines »Hütekreises« werden. Alle in diesem Kreis geben zum Jahresbudget dazu, was für sie möglich und stimmig ist, und erhalten die Ausgaben eines Jahres gewissermaßen als gemeinsame »Ernte« – ohne weitere Aborechnung – zugeschickt.

Eine regelmäßige Kommunikation zwischen Redaktions- und Hütekreis kann die Beziehung, die in der solidarischen Landwirtschaft ganz konkret durch Treffen und Mitarbeit entsteht, auch in einer weiter verzweigten Gemeinschaft pflegen. Auch eine Zeitschrift lässt sich gemeinsam beackern – schon in der Vergangenheit kamen von den Leserinnen und Lesern Geschichten, Fotos oder Recherche-Tipps. Der Hütekreis soll darüber hinaus eine Ideenschmiede für gemeinschaftliche Aktionen und für neue Artikel-Formate sein, die den Austausch untereinander fördern.


Was ist nun daran anders als bisher? Wird Oya nicht immer schon von den Leserinnen und Lesern getragen, gibt es nicht von Anfang an die Genossenschaft mit der Möglichkeit zur finanziellen Beteiligung? Tatsächlich existiert auch der Hütekreis bereits im Keim: Seit etwa einem Jahr gibt es ein paar Menschen, die Oya monatlich unterstützen.
Neu ist aber: Wer Teil des Hütekreises ist, erhält in Zukunft keine Aborechnung mehr und setzt sich, falls nicht genügend Geld zusammenkommt, mit dieser Situation auseinander. Nicht nur die Redaktion, sondern eine größere Runde kann sich dann fragen: Wie gehen wir damit um? Wer kann noch etwas mehr beitragen? Wie kann der Kreis wachsen? Findet jemand eine Sponsorin, einen Sponsor? Entsteht eine weitere kreative Idee?

Dieses Jahr stehen wir vor folgender Herausforderung: Wenn wir die bisherigen Abo- und Anzeigeneinnahmen zugrundelegen, brauchen wir derzeit pro Monat zusätzlich circa 5000 Euro. Wer wissen möchte, wie sich diese Zahl ergibt, dem schicken wir gerne die Kostenaufschlüsselung per E-Mail.

Wir verstehen den Hütekreis als konsequente Weiterentwicklung des Bisherigen: als weiteren Schritt hinaus aus der Produktlogik und hinein in das Prinzip des gemeinschaftlichen Beitragens. Die Genossenschaft bildet gewissermaßen die »Hofstelle« – um im Bild der solidarischen Landwirtschaft zu bleiben. Diejenigen, die ein reguläres Abo beziehen, entsprechen denjenigen, die für einen festen Betrag eine Gemüsekiste abonniert haben, sich aber nicht mit um das Gesamtwohl des Hofs sorgen wollen oder können. Der Oya-Hütekreis entspricht den Mitgliedern eines solidarischen Landwirtschaftprojekts, die einmal im Jahr ihr Geld zusammenwerfen, um den Betrieb zu finanzieren, die immer wieder auf den Feldern mithelfen und zum jährlichen Hoffest zusammenkommen. Der Redaktionskreis entspricht den Gärtnerinnen und Gärtnern – die im »Oya-Hof« eben die Buchstaben säen und pflegen.


Wer Teil des Hütekreises werden möchte, schreibt eine E-Mail an hueten(ät) oya-online.de und nennt darin den gewünschten monatlichen Beitrag.
Regelmäßig werden wir Sie und euch dann per E-Mail mit aktuellen Nachrichten aus dem Hütekreis versorgen.


Herzlichen Dank an alle fürs Lesen, Mitdenken, Mitfinanzieren in den vergangenen und künftigen Jahren! Wir sind gespannt, wohin uns unsere gemeinsame Oya-Reise weiter führen mag.


Der Redaktionskreis

geschrieben von Oya Redaktionskreis
am 20.04.2018

5 Kommentare

von Oya-Redaktion am 20.04.2018

«Vielen Dank für die vielfältigen, aufmunternden und auch kritischen bereits eingegangenen Rückmeldungen auf unseren Hütekreis-Brief. Einige drückten ihr Bedauern aus, sich nicht an diesem Kreis beteiligen zu können, weil ihnen schlichtweg das Geld fehlt. Da wurde uns klar, dass wir einen Punkt noch nicht gut genug erklärt hatten, deshalb diese zweite Mail: Mitglied im Hütekreis zu sein, bedeutet nicht, unbedingt mehr zu überweisen, als ein Abo kostet: Selbstverständlich kann man auch mit 2 oder 3 Euro im Monat dabeisein. Bei einem Mitglied beträgt der Beitrag im Moment vielleicht nur 1 Euro pro Monat, in einem anderen Jahr sind es aber womöglich 5 oder 20 Euro. Es geht um diese Flexibilität und damit um die Frage: Bin ich bereit, jedes Jahr anhand der Situation von Oya und meiner eigenen neu über diesen Betrag nachzudenken? Und möchte ich öfter Nachrichten aus dem Redaktionskreis erhalten und von Möglichkeiten erfahren, mich einzubringen? Es ist uns bewusst, dass bei vielen Leserinnen und Lesern das Leben zu voll sein wird, um mehr Oya darin unterzubringen als die Lektüre der Zeitschrift, und ein fester Beitrag wird ihnen lieber sein, als sich jedes Jahr neu zu entscheiden. Selbstverständlich freuen wir uns nach wie vor über jedes Abonnement. Wir wissen aber, dass es auch viele  Leserinnen und Leser gibt, die sich über mehr Eingebundensein freuen – für sie ist die Einladung in den Hütekreis gedacht. Es ist nicht leicht, für neue Schritte die richtigen Worte zu finden. Wir sind dankbar für Ihr und euer Wohlwollen. Herzliche Grüße aus der Oya-Redaktion »

von jagg am 22.04.2018

«...bin gern bereit durch kostenlose rechtliche Beratung oya zu hüten und bitte um Übersendung der Kostenaufschlüsselung an jagglteser@gmx.net.»

von Franziska Bork am 11.06.2018

«Guten Tag Oya, ich habe immer den Kurskontakten nachgetrauert. Oya hat zu lange Texte. Die BREITSEITE lässt sich nicht auf DIN A4 kopieren, dazu Folgendes: Eine Kopie erhöht den Wert des Originals. Zu lange Texte sind ein Bildungs-Problem oder? Gruß Franziska Bork»

von Matthias Fersterer am 12.06.2018

«Liebe Franziska Borg,

herzlichen Dank für die Rückmeldung. Was von wem als zu lang, als zu kurz, als wohltuend ausführlich, als zu textlästig oder als zu bildlastig empfunden wird, ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Wir bekommen von unserer Leserschaft sehr unterschiedliche Rückmeldungen zu Textlängen und zum Text-Bild-Verhältnis, die wir alle ernstnehmen. Deshalb bemühen wir uns um eine lebendige Mischung aus kürzeren und längeren Texten und haben mit unserer großzügigen Bildebenen einen neuen optischen Strang eingeführt, durch den das jeweilige Thema mit bildlichen Mitteln nachempfunden wird. À apropos KursKontakte: In der kommenden Ausgabe 49 werden wir einen Auszug aus einer der ersten KursKontakte-Ausgaben nachdrucken, um unsere eigene Geschichte zu würdigen. Die letzten 50 Ausgaben der Zeitschrift KursKontakte sind übrigens online archiviert:

http://web.archive.org/web/20160323103200/http://kurskontakte.de/article/ausgabe/114.html

Mit herzlichen Grüßen aus der Oya-Redaktion»

von Horst aus Halle am 15.06.2018

«Liebe Oya's, besonders über die beiden letzten Ausgaben von oya hab ich mich (wie ein Schneekönig) gefreut - warum? weil (nach meinem Empfinden endlich wieder): die oya nun in ihrer neuen art stabilisiert deutlich weniger flippig, kurz-athmig oder wie ein Krämerladen herkommt. alle die bisherigen wichtigen oya-Themen konzentriert im Fokus bleiben, sogar wieder nach oben geholt werden. die Artikel ALLE richtig schön tiefgründig und umfassend mit einer deutlich sichtbaren Position des Autors sind. Das kann und soll eigenes Denken sehr befruchten. Gleichzeitig ist mir die Ballance zwischen persönichem Empfinden und Bericht gegenüber gesellschaftlich menschlich allgemeinen Überlegungen und Empfindungen wieder im Gleichgewicht. Sowas braucht auch als Artikel gewissen Raum, wenn ich mich darauf einlassen solL/will. (Nur Überschriften gibt es in BoulevardZeitungen) Die vielfältigen Beziehungen und Bezüge der Themengebiete untereinander in den Artikeln wieder gut sichtbar werden. Die Scheu, ewas schon mal Gesagtes (vielleicht auch als update) zu wiederholen ist weniger spürbar. ein Herzensthema (commoning) namentlich in der letzten Ausgabe in fast allen Artikeln (mindestens unterschwellig - aber konsequent) gedanklich eingebunden ist. -- Ich hab mal wieder den Textmarker genommen und vieles für eigene Konsequentz oder Tätigwerden unterstrichen. -- Vorschläge für die technischen Fragen: - oya-online mit Artikel-optimierter Druckausgabe ausstatten, - die aktuelle Ausgabe (nach wohl notwendiger Schamfrist) zügig online komplett verfügbar machen. Womöglich zusätzlich als pdf im layout ? - Die Artikel konsequent zur Suche und Kategorisierung verschlagworten. -- n.b. Diese Kommentarfunktin könnte ein wenig Formatierung (wenigtsens Zeilenwechsel) erlauben Liebe Grüße von Horst»


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