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Kreative Randzonen

Die European Permaculture Convergence findet 2012 bei Kassel statt.

von Robert Strauch , erschienen in 14/2012

Eine Konvergenz, das bedeutet das Zusammentreffen von vielem und vielen in einem Punkt. Im Sommer treffen sich in Kassel nicht nur die Kunstliebhaber der Welt, auch die ­europäische Permakulturszene kommt hier Anfang August zusammen.

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2012, welch ein Jahr! Mancher rechnet mit dem Weltuntergang, wir nicht. Stattdessen setzen wir auf kollektive Intelligenz und Transformation, auf Austausch und Lernen, auf die Netzwerke jenes Wandels, den wir in der Welt sehen möchten.
Um diese Netzwerke des Wandels zusammenzubringen, laden wir – Akteure vom Permakultur Institut e. V., von Essbare Stadt und Transition Town Kassel, von Soned e. V. sowie von gASTWERKe e. V. – vom 1. bis 5. August zum europäischen Netzwerktreffen im Rahmen der European Permaculture Convergence nach Escherode bei Kassel ein.
Bewusst haben wir den Ort und den Zeitpunkt gewählt. Gastgeber ist eine junge, politisch motivierte Kommune. Hier gestalten Menschen selbstverwaltet Zukunft in Gemeinschaft, produzieren ökologisch Gemüse für eine solidarische Landwirtschaft und versuchen, das gemeinschaftliche Wirtschaften jenseits privater ökonomischer Interessen bis in den Alltag hinein zu verankern. Nebenan in Kassel findet eine der bedeutendsten Kunstschauen der Welt statt, die dOKUMENTA(13), unter dem Motto »­collapse and recovering«. »Zusammenbrechen und sich wieder aufrappeln« – das passt!
Vor 40 Jahren riss Joseph Beuys hier die Kunst von ihrem hohen Sockel und proklamierte jeden Menschen zum Künstler. Aber nicht zum Maler oder Bildhauer, nein: zum Künstler im Sinn einer freien, auf Verantwortung für das Gemeinwohl basierenden, selbstbestimmten Gestaltungshaltung. Dem folgend, verstehen wir EUPC-Veranstalter uns auch als Gefolgsleute von Beuys, denn unsere Haltung als Permakulturgestalter basiert auf Verantwortung für Erde, Mensch und Gerechtigkeit. Das wollen wir zeigen, daran wollen wir anknüpfen und alle einladen, die sich in diesem Sinn ebenfalls als Künstler, als Gestalter einer großen, gemeinschaftlichen »Skulptur« verstehen, die uns freie Entfaltung ermöglicht und gleichzeitig der Regeneration dient.
Wir alle haben sehr viel an Methoden, Techniken, Prinzipien und Prozessmodellen erprobt, weltweit. Viele Netzwerke nehmen die Natur zum Vorbild, um von ihr zu lernen. Manche machen die menschliche Allverbundenheit, unsere wechselseitige Abhängigkeit sogar zum Ausgangspunkt sozial-ökologischen Denkens und Handelns. Alle eint der Wunsch, in der Welt heilend, bewahrend, regenerierend zu wirken und zu dienen. Ob es sich um die Tiefenökologen oder die Wildnisschulen, die Transition-Bewegten oder die Ökodörfler, die Kommunarden oder die Selbstversorger, die Arbeiter im sozialen Feld, die Geldreformer oder die Pomologen handelt, alle eint die Liebe zur Welt, zur Natur und zu den Menschen, zur Gerechtigkeit und zur Freiheit.
Und sie alle sind zum Netzwerktreffen eingeladen.

Die besondere Kreativität der Randzonen
Wir haben verschiedene Themen- schwerpunkte und manchmal auch unterschiedliche Worte und Begriffe, doch verbindet uns weit mehr, als uns trennt. Wir können voneinander lernen, uns zuhören, die Erfahrungen nachvollziehen, die Methoden austauschen. Alle Themenschwerpunkte zusammen entwerfen ein erkennbares Bild einer anderen Welt. Wenn wir diese Netze verknüpfen, werden sie den ersehnten Wandel beschleunigen – den schon Beuys vor 40 Jahren im Blick hatte, als er sagte: »Die einzig ­evolutionäre Kraft ist die menschliche ­Kreativität«.
In der Permakultur wissen wir, dass besonders in Randzonen und an Übergängen, dort, wo sich Unterscheidbares vermischt, eine besondere Lebendigkeit herrscht. Hier finden generative Prozesse statt, wird Neues hervorgebracht, denn die Beziehungen zwischen den Dingen und Phänomenen sind hier besonders vielfältig. Daher freuen wir uns auf viele Randzonen und reges Austauschen Anfang August in Escherode.
Damit das Ganze möglich wird, ­gibt es in Escherode schon ab Mai Bau-Camps. Dort sollen Kompost-Toiletten, ein Küchenpavillon, solare Duschen und weitere Infrastruktur entstehen.
Auch die diesjährige Permakultur-Sommer-Akademie vom 22. bis 31. Juli wird Gelegenheit bieten, das Gelände für die European Permaculture Convergence permakulturell und wunderschön zu gestalten. 


Robert Strauch (44) ist Permakulturgestalter und -lehrer, Dragon-Dreaming-Coach, Tischler, Gärtner, erklärter Lebenskünstler und Kompostierer. Er lebt und gestaltet in Kleinkrausnik in der Niederlausitz/Südostbrandenburg. Kontakt:
r.strauch_ät_permakultur-akademie.net


Lust auf Konvergenz?
Anmeldungen für die Camps auf
www.permakultur-akademie.net
Programm und Anmeldung für EUPC auf
www.eupc2012.de

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