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Arche an der Startbahn

Auf der Experimentierwiese Tempelhofer Feld in Berlin wird Kunst anfassbar.

von Beate Küppers , erschienen in 09/2011

Utopia bezeichnet im Griechischen einen »Nicht-Ort«. Eutopia dagegen einen ­schönen, guten Ort. Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin soll ein solcher Ort ent­stehen: die Arche Metropolis.

Die Arche ist eines der Pionierprojekte, die auf dem ehemaligen Flughafengelände umgesetzt werden. Sie begreift sich als »Kunstprojekt zu Chancen und Entwicklung der urbanen Gesellschaft im 21. Jahrhundert«. Die Initiatoren Tarik Mustafa und Martin Wittau sprühen vor Ideen, die sie in der dreijährigen Projektlaufzeit realisieren wollen. Von der Öffnung des Geländes für eine Zwischennutzung erfuhren sie im letzten Sommer, nur wenige Tage vor Ende der Ausschreibung, und erhielten für ihr Konzept prompt den Zuschlag. Seitdem laufen die Vorbereitungen für den Bau der Arche als schwimmfähiges, modulares Holzbauwerk. Kunst ist dabei nicht das, was am Ende zu sehen ist, sondern die Art des Entstehens. Menschen jeden Alters und jeder Herkunft sind willkommen, während der Bauphase anzuheuern und sich als Lernende oder Lehrende einzubringen. Nach drei Jahren können die fertigen Module im Verbund zu Wasser gelassen werden oder einzeln als Kerne für neue Kunstprojekte dienen.
Die im Juni gegründete »Stiftung Eutopias – Universität für fortschrittliche Rückbesinnung« in den Räumen der Arche ist ein weiterer Bestandteil des Projekts. Hier soll der Frage nachgegangen werden, wie eine kunstvolle und nachhaltige Eutopie in Bezug auf Wirtschaft, Technik und Umwelt in einer urbanen Gesellschaft konkret aussehen kann. Die Universität ist ein Projekt der UN-Dekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung«. Sie bildet einen Rahmen, um Alternativen gleich vor Ort aufzuzeigen, z. B. in Form einer autarken Energieversorgung oder Wasseraufbereitung auf dem nicht erschlossenen Gelände. Wissen und Methoden werden gesammelt, damit sie weitergegeben und angewendet werden können.
Wer heute auf dem Tempelhofer Feld spazierengeht, wird noch keine Arche finden. Aber ein Vorbote ist schon auf dem Weg: die Drachenskulptur »Mukti«. Berliner Schülerinnen und Schüler gestalten gerade ihre Schuppen in Form von Stoffbahnen, die sie mit ihren Visionen von Eutopie bemalen. Drei Bögen, Schwanz und Kopf bilden den Rahmen für eine Aktionsfläche, die ab August nutzbar ist. Dadurch wird das Kunstprojekt zum ersten Mal anfassbar. Mehr als 200 Menschen wirken bereits freiwillig daran mit. Eine der Herausforderungen besteht nun darin, mit ihnen ein handlungsfähiges Netzwerk aufzubauen. Die dänische Softwarefirma Podio stellt für die Koordination des Projekts ihre neu entwickelte Intranet-Software kostenlos bereit. Gesucht werden noch Fachleute für Universität, Holzbau und Handwerk sowie Ideen für neuartige Materialien oder Konstruktionstechniken.
Auch das Wort »Arche« hat einen antiken Hintergrund. Auf Griechisch »Anfang«, erinnert es auch an das lateinische arca, »Kiste«. Metropolis steht für »bedeutende Stadt«. Tarik Mustafa sieht die Arche Metropolis als Schatzkiste, gefüllt mit wertvollen Ideen und Bausteinen für eine bedeutende und glückliche Stadt.  

www.arche-metropolis.de

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