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Geht doch! (Buchbesprechung)

erschienen in 48/2018

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Schon seit dem Jahr 1987 ist die im oekom-Verlag erscheinende Zeitschrift »politische ökologie« ein wichtiges Forum für auf dem Feld der Nachhaltigkeit tätige Wissenschaftlerinnen und Aktivisten. Die Ausgaben haben die Form von handlichen DIN-A5-Büchlein und widmen sich jeweils einem Schwerpunktthema. Band 150 vom September 2017 feiert das 30-jährige Jubiläum der »pö«, indem es 30 Geschichten des Gelingens präsentiert. Diese, so der Klappentext, würden stellvertretend für viele andere beweisen, dass »allen Hiobs­botschaften und Berichten über den schlechten Zustand der Welt zum Trotz auch jede Menge Gutes« passiert. »Überall auf dem Globus entscheiden sich immer mehr Menschen bewusst gegen ›Höher, Schneller, Weiter‹. Stattdessen leben sie einfach vor, wie es sich gemeinschaftlich und nachhaltig arbeiten, wirtschaften und forschen lässt.« Das klingt in den Ohren von Oya-Leserinnen und -Lesern möglicherweise nicht ganz neu. Dennoch lohnt die Lektüre, denn sehr viele der vorgestellten Ansätze ergänzen das Spektrum der Berichterstattung von Oya erheblich; zum Beispiel geht es hier – wenn ich nicht irre – noch internationaler zu.
Die jeweils vierseitigen Beiträge von »bekannten Köpfen aus der Nachhaltigkeitsszene«, darunter auch einige Oya-Autorinnen, beginnen jeweils mit einem ganzseitigen Teaser-Text, der wichtige Aspekte vorwegnehmend zusammenfasst oder auch praktische Beispiele aus aller Welt für die auf den nächsten Seiten folgenden Thesen präsentiert – eine etwas seltsame Anordnung. Als angenehm empfand ich hingegen die überschaubare Länge der Beiträge. Manchmal freilich hätten mich bestimmte Details interessiert, die mutmaßlich wegen der allgemeinen Kürze keinen Platz gefunden haben – etwa bei der Erwähnung des Erfolgs der Stadt Kopenhagen, die in den Küchen ihrer Einrichtungen fast vollständig auf Bio umgestellt hat, ohne dabei die Preise zu erhöhen.
Aufgefallen ist mir, dass die Artikel oft wenig kritisch auf den Einsatz von »smarten« Techniken oder Photovoltaik bei der Umsetzung der »Großen Transformation« blicken. Oya hingegen wird ja nicht müde, auf die kaum zukunftsfähige Abhängigkeit dieser Dinge von raren Rohstoffen und heiklen Industrien hinzuweisen.
Am Anfang der Jubiläumsausgabe steht ein Interview mit dem pö-Begründer Jacob Radloff; und sie schließt mit einem programmatischen Essay aus der Feder von Harald Welzer, der auf 30 Jahre deutsche Ökobewegung zurück- und auf die Herausforderungen der Zukunft blickt. Lesen!


Geht doch!
Geschichten, die zum Wandel anstiften.
Verein für ökologische Kommunikation (Hrsg.)
politische ökologie, oekom Verlag, 2017
155 Seiten
ISSN 978-3960060208
17,95 Euro

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